
Beste Bio-Betriebe ausgezeichnet
Der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, hat vergangene Woche auf der Grünen Woche in Berlin die drei Gewinnerbetriebe des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau 2026 ausgezeichnet. Die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner überzeugten die Jury mit einer besonders nachhaltigen Obsterzeugung, einer innovativen Betriebsgemeinschaft und einem Ziegenbetrieb mit eigener, regionaler Wertschöpfungskette.
Die Gewinner des diesjährigen Bundeswettbewerbes:
Der Bio-Obsthof Glocker der Familie Glocker in Horgenzell im Kreis Ravensburg in Baden-Württemberg, wird für sein besonders nachhaltiges Konzept zum Obstbau und seine Pionierarbeit in diesem Bereich ausgezeichnet. Der Betrieb baut Kern-, Stein- und Beerenobst an. Betriebsleiter Nikolaus Glocker hat alle Anbaubereiche im Sinne eines vorbeugenden Pflanzenschutzes optimiert, etwa durch eine gezielte Förderung des Bodenlebens, durch Anlage von Blühstreifen und Nutzung widerstandsfähiger Sorten. Die große Artenvielfalt senkt den Druck durch Schad- und Krankheitserreger. Der Betrieb ist seit langem regelmäßig Partner bei Forschungsprojekten zur Optimierung des Bio-Obstbaus und entwickelt auch selbst praxisnahe Technik für den Bio-Anbau, etwa eine Putzmaschine, mit der Regenflecken von den Früchten entfernt werden können. Zudem engagiert sich Nikolaus Glocker intensiv für den Wissenstransfer in der Branche.
Die Naturland-Betriebe Neudecker in Hohenpolding, Bayern, beeindruckte die Jury mit einer unternehmerisch und vielseitig ausgerichteten Betriebsgemeinschaft. So baut Anton Neudecker auf seinem Betrieb Bio-Zuckermais an, für den er mit einem Partner auch eine Vermarktungsschiene aufgebaut hat. Barbara Neudecker hat auf ihrem Betriebsteil erfolgreich eine nachhaltige Pferdepensionshaltung aufgebaut, für die sie ein Bewegungsstallkonzept weiterentwickelt hat. Die Biogasanlage der Betriebsgemeinschaft wird im Verbund mit 20 weiteren Bio-Höfen der Region betrieben. Zur sinnvollen Nutzung der Abwärme hat Anton Neudecker ein eigenes Konzept entwickelt. So werden in der „Bröselei“ unter anderem über zwei Tonnen Altbrot getrocknet, gemahlen und als Kraftfutterkomponente an ein Mischfutterwerk geliefert. Durch einen Grünspeicher für diverse Photovoltaikanlagen gelingt es, die Betriebsgemeinschaft ganzjährig mit eigenem Strom zu versorgen.
Der Bioland-Hof Obermayer in Clenze im Wendland, Niedersachsen, erhält die Auszeichnung für die überzeugende Umsetzung eines Betriebskonzeptes, bei dem die Erzeugung von Ziegenmilch und eine regionale Vermarktung im Mittelpunkt stehen. Das Betriebsleiterpaar Veronika und Sören Obermayer hat in wenigen Jahren eine eigene Produktion und eine Vermarktung-GbR für diverse Ziegenmilchprodukte aufgebaut. Die Ziegenspezialitäten werden ausschließlich regional im Umkreis von 30 Kilometern vermarktet. Für die Haltung der 60-köpfigen Mutterziegenherde hat das Paar neue Konzepte entwickelt, etwa die Fütterung mit Laub von Agroforstflächen. Durch den Hofladen, regelmäßige Hofführungen und Kulturveranstaltungen sowie enge Partnerschaften mit mehreren Schulen ist der Betrieb zu einer wichtigen und beliebten Anlaufstelle in der Region geworden.



