
Der Schaden kommt von den Larven
Der Maiszünsler ist einer der wenigen Schädlinge im Ackerbau, bei dem eine rein biologische Kontrolle ausreicht. Auch im konventionellen Anbau kann hier ohne Ertragseinbußen auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet werden. Die biologische Kontrolle besteht aus zwei Bausteinen:
Einerseits sollten die Maisstoppeln im Herbst nach der Ernte bodennah gemulcht und anschließend tief untergepflügt werden. So lässt sich der Aufbau größerer Populationen recht zuverlässig verhindern.
Als zweiter Baustein sollen beim Flug des Maiszünslers Trichogramma-Schlupfwespen ausgebracht werden. Diese Schlupfwespen legen ihre Eier in die Eier der Maiszünsler. Die Larven der Schlupfwespen fressen dann die Maiszünsler-Eier aus, sodass sich keine Maiszünslerlarven entwickeln können. Damit dieses biologische System funktioniert, müssen die Trichogramma-Schlupfwespen im richtigen Zeitraum zweimal im Abstand von 14 Tagen ausgebracht werden. Bei einer zu frühen Ausbringung sind noch keine Maiszünsler-Eier vorhanden, während bei einer zu späten Ausbringung die Maiszünslerlarven bereits in den Eiern entwickelt sind und die Trichogramma-Schlupfwespen ihnen nicht mehr schaden können.
Optimaler Ausbringungszeitpunkt
Um den Zeitpunkt der Ausbringung optimal festzulegen, wird der Flug des Maiszünslers in Baden-Württemberg amtlich überwacht. Dazu werden überwiegend Lichtfallen, teilweise auch Pheromonfallen, aufgestellt und regelmäßig kontrolliert. Sobald vermehrt weibliche Maiszünsler gefangen werden, sollten die Trichogramma-Schlupfwespen ausgebracht werden.
Die genauen Termine für die Ausbringung der Trichogramma-Schlupfwespen zur biologischen Maiszünslerbekämpfung unterscheiden sich je nach Region und Höhenlage und werden rechtzeitig bekannt gegeben. Meist liegt der richtige Zeitpunkt für die Ausbringung der Schlupfwespen etwa eine Woche vor der Ernte der Wintergerste.

