
Rapserträge schwächer als im Vorjahr
Der Drusch ist mit Ausnahme einzelner Nachzügler in den Spätdruschgebieten inzwischen weitgehend erledigt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten durch nasse Witterung konnte der Raps dann doch in den meisten Gebieten zügig und gut gedroschen werden. Obwohl in Aufwuchs und Abreife gegenüber anderen Jahren die Sonne gefehlt hat, scheinen die Ölgehalte zufriedenstellend auszufallen. Erfasser berichten von Gehalt deutlich über 40 Prozent, teilweise über 43 Prozent. Weltweit scheint die Rapsbilanz leicht defizitär auszufallen. Sowohl das US-amerikanische Agrarministerium (US-DA) als auch der Internationale Getreiderat in London (IGC) sehen zwar nach wie vor eine große Ernte, die aber den voraussichtlichen Bedarf wohl nicht decken kann. Der Verbrauch von 88,2 Mio.t (USDA) liegt auf Vorjahreshöhe, bei einer etwas kleineren weltweiten Ernte als im Vorjahr schätzt das USDA den Bestandsrückgang auf minus 0,7 Mio.t.
Kurse bewegen sich seitwärts
Dennoch bewegen sich aktuell die Rapspreise und –kurse unter dem Eindruck einer Vielzahl von Faktoren gerade mal seitwärts. Der neue Frontmonat November 2024 hat die Schwelle von 450 Euro/t zuletzt unterschritten. Die Schwäche bei der Sojabohne, die nur noch knapp über 1.000 US-Cent/Buschel notiert, die Schwäche beim Palmöl in Ma-laysia und flankierend ein leicht erstarkter Euro und Schwäche beim Rohöl ziehen auch an den Rapskursen. Im Markt wird darüber hinaus spekuliert, dass die Furcht vor einer Rezession in den USA zu Ausverkäufen und damit Kursrückgängen im gesamten Rohstoffsektor führen könnte. Auch die Aktienmärkte zeigen bereits erste Unsicherheit. Fundamental gesehen müsste bei Raps eigentlich mehr drin sein. Derzeit lässt sich jedoch nur trefflich darüber spekulieren, wo die Reise in den nächsten Tagen und Wochen tatsächlich hingeht.


