Abo
Geben Sie einen Begriff oder Webcode ein und klicken Sie auf Suchen.
Ökomärkte

Erfolg mit Bio-Eiern

Eine seltene Marktlage aus Angebot und Nachfrage gibt es derzeit bei Bio-Eiern. Das geht aus Daten der Schwäbisch Gmünder Landesanstalt für die Entwicklung der Landwirtschaft (LEL) hervor.
von Donat Singler, freier Agrarjournalist Erschienen am 11.08.2026
Ungewöhnliche Marktkonstellation: Obwohl die Nachfrage nach Bio-Eiern in den kommenden Wochen zurückgehen soll, rechnet die LEL damit, dass die Preise stabil bleiben oder sogar noch etwas anziehen werden. © Matthias Borlinghaus

Wie die Landesbehörde Ende Juli mitteilte, soll die Nachfrage nach Bio-Eiern in den nächsten Wochen wegen der Sommerschulferien saisonbedingt etwas sinken. Dennoch dürfte das für die Öko-Geflügelhalter kein Grund zur Sorge sein, denn die Entwarnung wird gleich mitgeliefert: Nach Einschätzungen von Erzeugern und Vermarktern werde in den kommenden Monaten weiterhin mit einer stabilen Nachfrage sowie stabilen bis leicht steigenden Erzeugerpreisen bei Bio-Eiern gerechnet. Das ist eine gute Nachricht, die sich im Grunde jeder produzierende Landwirt wünscht. Dabei sah es zunächst nicht nach diesen positiven Perspektiven aus, wie die LEL mitteilt. Denn die enorme Hitze in diesem Sommer bremste die Eiernachfrage. Das spürte auch der Biomarkt. Nach LEL-Angaben geht jedoch aus Daten der beiden Bonner Marktforscher AMI (Agrarmarkt Informations-Gesellschaft) und MEG (Marktinfo Eier und Geflügel) hervor, dass Bio-Eier im zweiten Quartal 2026 ab Packstelle im Schnitt um 13 Cent/100 Eier besser bezahlt wurden als im ersten Quartal. Dieses Ergebnis gilt für die drei Gewichtsklassen L, M und S.

Biogetreide überwiegend eingefahren

Wie beim konventionell angebauten Getreide so ist auch die Ernte des Biogetreides in Baden-Württemberg bereits Ende Juli überwiegend abgeschlossen. Grundsätzlich wurde die Ware trocken und mit guten Qualitäten eingelagert. Allerdings blieben Hitze und Trockenheit in der Abreife nicht folgenlos. So brachte die diesjährige Ernte tendenziell ein niedrigeres Tausendkorngewicht (TKG) als in den Vorjahren, berichten die staatlichen Marktbeobachter der LEL. Wie es weiter heißt, erzielten die Winterungen Erträge knapp unter dem Schnitt der letzten Jahre. Bei Sommerungen und Leguminosen dürfte der Wassermangel nach Einschätzung der LEL-Fachleute gravierendere Auswirkungen zeigen.

Blick auf die Verwendungsarten

Tiernahrung: Der Markt für Bio-Futtergetreide war in den Wochen vor der Ernte 2026 der LEL zufolge gut versorgt. Die Verarbeiter hatten ausreichend Ware. Deshalb standen die Preise unter Druck und sanken für Bio-Futtergerste bundesweit laut AMI im Juni auf 298 Euro/t und für Futtermais auf 359 Euro/t.

Heimische Bio-Leguminosen gaben ebenfalls im Preis nach und laut AMI wurden im Juni bundesweit Bio-Futtererbsen mit 490 Euro/t gehandelt.

Markt für Eiweißträger unübersichtlich: Die Preisentwicklung für Eiweißfuttermittel bleibt der LEL zufolge schwer kalkulierbar, insbesondere für Bio-Sojakuchen: Zwei Drittel des in Deutschland verbrauchten Bio-Sojas stammten aus Importen. Asiatische Ware verteuerte sich wegen der angespannten Lage am Persischen Golf, afrikanische Ware gewinne an Bedeutung. Bio-Sojabohnen verteuerten sich im Juni der LEL zufolge laut AMI bundesweit auf 824 Euro/t. Konsumgetreide: Unter den Bio-Speisegetreiden war kurz vor der diesjährigen Ernte der Bio-Dinkel gefragter, dessen Handel zog an und der Preis stieg im Juni laut LEL/AMI bundesweit leicht auf 456 Euro/t, Bio-Speiseweizen erhöhte sich leicht auf 463 Euro/t. Bei Bio-Speisehafer dagegen ist der Markt aus der Ernte 2025 noch gut versorgt. In der Folge leicht nachgebende Preise sanken im Juni den LEL-/AMI-Angaben zufolge auf 336 Euro/t. Die Bio-Haferernte 2026 brachte geringere Hektolitergewichte. Damit bleibt die Marktentwicklung offen, weil Bio-Hafer weiterhin gefragt ist.

Preisdruck bei Bio-Schweinen und -Rindern

Die Bio-Schweinehalter teilen die Marktlage mit der klassischen Schweinehaltung. Die Preise stehen unter Druck. Das Preisniveau für Bio-Schlachtschweine sinkt laut LEL seit April dieses Jahres. Der Bio-Schlachtrindermarkt erlebte Anfang März dieses Jahres seinen letzten Höhepunkt. Damals lagen die Biopreise fast gleichauf mit dem konventionellen Schlachtvieh, heißt es in der LEL-Marktübersicht. Die Trockenheit in Süddeutschland führte zu Futterknappheit auf den Weiden, weshalb mehr Bio-Tiere geschlachtet wurden und das Rindfleischangebot wächst. Weil die Nachfrage nicht Schritt hält, belastet die Marktlage die Preise.

Angebot von Bio-Altkühen noch begrenzt

Das Angebot an Bio-Jungbullen stieg in den letzten Wochen aufgrund der Futterknappheit in vielen Regionen, während die Nachfrage nach Rindfleisch saisonbedingt verhalten ist. Bei Bio-Altkühen hingegen bleibt das Angebot der LEL zufolge begrenzt. Die LEL-Experten vermuten, dass das mit dem attraktiven Erzeugerpreis für Bio-Milch zusammenhängen könnte. Die Nachfrage blieb in den letzten Wochen relativ konstant und so kletterte der Preis für Bio-Altkühe im Juni 2026 für die Kategorien E-P in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen gegenüber Mai immerhin um einige Cent auf 6,32 Euro/kg Schlachtgewicht (SG). Bio-Färsen wiederum blieben im Juni um sechs Cent unter dem Mai-Wert. Das bedeutet in den Kategorien E-P im gleichen Verbreitungsgebiet 6,94 Euro/kg SG.

Facebook Twitter Xing LinkedIn Whatsapp Telegram Facebook Messenger E-Mail
Link kopieren

Haben Sie Anmerkungen, einen Korrekturhinweis oder möchten Sie uns Ihre Meinung sagen? Unsere Redaktion freut sich auf Ihre Nachricht: redaktion-ar@ulmer.de

Mehr zum Thema

Aus der Branche

Ort ändern

Geben Sie die Postleitzahl Ihres Orts ein.