Verschobenes Ökosystem
Forschende weisen erstmals nach, dass ein weitverbreitetes Wurmmittel für Weidetiere nicht nur einzelne Pflanzen und Insekten schädigt, sondern ganze ökologische Beziehungsgefüge verändert. Untersucht wurde der Wirkstoff Moxidectin im Präparat Cydectin®, das Landwirte häufig gegen Parasiten bei Weidetieren einsetzen.
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Forschende der Universität Kiel haben erstmals nachgewiesen, dass das Wurmmittel Moxidectin (Cydectin®) nicht nur einzelne Arten schädigt, sondern ganze ökologische Beziehungsgefüge verändert. In einem Modellversuch mit Erdbeeren, Blattläusen und Schwebfliegen zeigte sich: wurmmittelbelastete Pflanzen bildeten 25 Prozent weniger Früchte, Blattläuse vermehrten sich zehnfach stärker, und Schwebfliegen legten zwar mehr, aber qualitativ minderwertige Eier. Die Studie verdeutlicht, dass bei der Bewertung von Tierarzneimitteln künftig komplexe ökologische Wechselwirkungen stärker berücksichtigt werden müssen.
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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Bislang war bekannt, dass Wurmmittel einzelne Arten beeinflussen können: Samen von typischen Grünlandpflanzen verändern etwa ihr Keimungsverhalten, wenn sie mit Wurmmitteln in Kontakt kommen. Käfer- und Fliegenlarven, die im Kot behandelter Weidetiere leben, zeigen geringere Überlebensraten. Wie sich diese Effekte auf das Zusammenspiel mehrerer Arten auswirken, hatte bisher niemand untersucht. Weidetierhalter setzen Wurmmittel ein, um ihre Tiere gesund zu halten und wirtschaftlich zu arbeiten. Ein Verzicht auf die Mittel ist daher meist keine Option. Das untersuchte Präparat enthält den Wirkstoff Moxidectin. Dieser gehört zur Gruppe der makrozyklischen Laktone – das sind Antiparasitika mit...
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