
Ein Pilz als Retter für die Landwirtschaft?
Fadenwürmer (Nematoden) stellen für Landwirte eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Diese mikroskopisch kleinen Schädlinge schädigen Wurzeln und verursachen erhebliche Ertragsverluste – insbesondere im Ackerbau Baden-Württembergs. Bisher greifen Landwirte vor allem auf chemische Pestizide zurück, die jedoch zunehmend kritisch betrachtet werden. Eine aktuelle Studie des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) in Jena könnte nun eine vielversprechende, natürliche Alternative aufzeigen: den Bodenpilz Mortierella alpina.
Dieser in kühleren Böden vorkommende Pilz produziert sogenannte Malpinine, bioaktive Moleküle, die die Verdauung der Nematoden stören und deren Population auf natürliche Weise reduzieren. Forschende konnten nun erstmals die Wirkmechanismen dieser Moleküle entschlüsseln. Mit hochmodernen Verfahren wie Fluoreszenzmikroskopie zeigten sie, dass Malpinine im Verdauungstrakt der Würmer wirken, indem sie wichtige biochemische Prozesse blockieren. Besonders bedeutsam ist dabei die Aminosäure Dehydrobutyrin, die eine zentrale Rolle in der wurmtötenden Wirkung spielt.
Die Ergebnisse der Studie bieten Landwirten in Baden-Württemberg eine interessante Perspektive: Der gezielte Einsatz von Mortierella alpina könnte helfen, den Einsatz chemischer Mittel zu reduzieren und gleichzeitig Erträge zu sichern. Dies wäre nicht nur ein Gewinn für die Landwirtschaft, sondern auch ein Beitrag zum Umweltschutz. Zwar sind weitere Forschungen notwendig, um die Nutzung in der Praxis zu ermöglichen, doch die Vorteile liegen auf der Hand – eine nachhaltigere, ökologischere Landwirtschaft rückt in greifbare Nähe.


