
Effektiver Schutz vor Kraut- und Knollenfäule in Kartoffeln
Die ergiebigen Niederschläge und die feucht-warme Witterung haben Behandlungen gegen Kraut- und Knollenfäule in Kartoffeln bereits erforderlich gemacht. Aktuell wächst das Kartoffelkraut so schnell, dass bereits wenige Tage nach der Behandlung wieder viel ungeschützte Blattmasse vorhanden ist. Bei dem aktuell starken Krautfäuledruck ist die Gefahr von Infektionen an ungeschützten Blättern hoch. Unter diesen Bedingungen empfiehlt sich der Einsatz von lokalsystemisch wirkenden Fungiziden. Diese Präparate durchdringen die Blätter und können in begrenztem Umfang auch den Neuzuwachs schützen. Zusätzlich haben sie auch dann noch eine Wirkung, wenn der Krankheitserreger bereits in das Gewebe eingedrungen ist. Geeignete Mittel sind zum Beispiel Carial Flex, Reboot oder Simpro. Bei starker Laubbildung (Hauptwachstumsphase bzw. laubstarke Sorten) werden im Regelfall mindestens 500 l Wasser je ha empfohlen (Simpro in 400 l Wasser/ha), um das Leistungspotential der Fungizide auszuschöpfen.
Früh dran sein lohnt sich
Auch bei leistungsstarken Fungiziden muss berücksichtigt werden, dass die Mittel auch bei voller Aufwandmenge nur eine latente Infektion, die maximal 48 Stunden alt ist, stoppen können. Länger zurückliegende Infektionen oder sichtbarer Befall werden auch durch diese Mittel nicht mehr abgetötet. Die beste kurative Wirkung (Stoppwirkung bei bereits sporulierender Krautfäule) wird cymoxanilhaltigen Präparaten in Kombination mit Fluazinam zugeschrieben (zum Beispiel Terminus Extra). Bei anhaltend günstigem Krautfäule-Wetter sollte nach vier bis sechs Tagen die nächste Behandlung erfolgen, gegebenenfalls mit einem anderen Mittel.
Sobald kein nennenswerter Blattzuwachs mehr stattfindet, etwa ab der Kartoffelblüte, leisten auch fluazinamhaltige Fungizide oder Ranman Top unter hohem bis mittlerem Infektionsdruck gute Dienste.
In den wärmeren Gebieten muss ab der Blüte auch auf Alternaria geachtet werden. Die Alternaria-Mittel Ortiva und Signum sollten aus Gründen des Resistenzmanagements zusammen insgesamt höchstens einmal in der Kultur bei Infektionsgefahr angewendet werden.


