So bleiben Böden dauerhaft fruchtbar
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Ton und Humus enthalten Kolloide. Das sind die feinsten Bodenbestandteile, die in der Lage sind, durch ihre negative Ladung Nährstoffe anzulagern. Anlagerbar sind vor allem Ca, Mg, K und Na. Diese Anlagerungsfähigkeit nenne man die Kationenaustauschkapazität KAK. Die Höhe der KAK ist laut Maxi Schmidt ein Maßstab für die Bodenfruchtbarkeit. "In sandigen und schluffigen Böden muss ein höherer Humusgehalt diese Speicherfunktion übernehmen", sagt Schmidt.
Kalk wird verbraucht
Der pH-Wert korreliert fast immer mit der Ca-Konzentration in der bodenlösung. Viel H+ (Protonen) bedeutet wenig Ca++ und umgekehrt. Je Hektar werden jährlich zehn bis 20 t CO2 je Hektar gebildet durch Umsetzung organischer Masse.
Pflanzen scheiden selbst H+ Ionen aus, saurer Regen trägt weiterhin Säuren ein. Die Folge: Der Boden versauert entweder, oder Kalk puffert die Reaktion. Die jährlichen Kalkverluste durch Regen betragen rund 300 bis 500 kg CaO pro Hektar.
Brücken zwischen Ton und Humus formen
Ton-Humus-Komplexe stabilisieren die porenreiche Krümelstruktur. Hierbei formt zweiwertiges Calcium aus Kalk eine Brücke zwischen Humus und Tonteilchen. Der Boden flockt und bildet stabile Aggregate. Kommen die Brüchen nicht vor, haben die Kolloide im Boden eine leicht plattige Struktur, die von Regen ausgewaschen werden kann.
Das Effizienz-Nachhaltigkeits-Dilemma bei Stickstoff
Auch der Stickstoff-Saldo war ein Thema auf dem Bodentag in Asch. Heiß diskutiert wurde ein vermeintlicher Fehler beim Bilanzieren: Bei einem N-Saldo von null verliert man laut Dr. Jochen Mayer vom Forschungszentrum Agroscope in Zürich noch etwa 18 kg N /Jahr und Hektar im Boden.
Bis zu 50 kg N Bilanzüberschuss (N-Effizienz < 80%) braucht man, damit der Boden nicht langfristig N verliert. "Entweder, ich verliere also Bodenfruchtbarkeit, oder ich dünge über die Bilanz hinaus und verliere N in die Umwelt", erklärt der Wissenschaftler.


