Strategie zur biologischen Bekämpfung der Apfeltriebsucht
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Ziel des dreijährigen Forschungsprojektes mit dem Titel "Entwicklung neuartiger Formulierungen für verhaltensmanipulierende Strategien zur biologsichen Bekämpfung von Cacopsylla picta, dem Überträger der Apfeltriebsucht (PICTA-KILL)" ist die Entwicklung einer "Attract-and-Kill"-Strategie, mit der das Bakterien-übertrgende Insekt ausgeschaltet wird. Dabei soll auch geprüft werden, ob vertreibende Stoffe unterstützend wirken. Die angestrebten Formulierungen sollen schädlingsspezifisch und präventiv wirken und für den biologischen Pflanzenschutz einsetzbar sein.
Bearbeitet wird das über das Innovationsförderungs-Programm unterstützte Projekt durch die Fachhochschule Bielefeld, das Julius Kühn-Institut, die IS Insect Services GmbH und die Biocare Gesellschaft für biologische Schutzmittel. Die Förderung beläfut sich auf rund 692.000 Euro.
"Attract-and-Kill"- ein vielversprechender Bekämpfungsansatz
Die Apfeltriebsucht ist in sämtlichen Apfelanbaugebieten Europas zu finden. Die infizierten Bäume produzieren ungenießbare und nicht vermarktbare Zwergfrüchte und stellen eine erhebliche Infektionsquelle für gesunde Bäume dar, weshalb sie in Italien sofort gerodet werden. Verursacht wird die Krankheit durch zellwandlose Bakterien, die nicht direkt zu bekämpfen sind. Der Sommerapfelblattsauger, ein Blattfloh, überträgt die Bakterien und wird bisher mittels Insektizide unter erheblichem wirtschaftlichen Aufwand bekämpft. Im Öko-Anbau gibt es bislang keine Bekämpfungsmöglichkeit.
Das Vorhaben "PICTA-KILL" hat sich zum Ziel gesetzt, Formulierungen zu entwickeln, die im Rahmen einer "Attract-and-Kill"-Strategie zur direkten biologischen Bekämpfung des Insekts eingesetzt werden können und so die Apfeltriebsucht indirekt und nachhaltig eindämmen. Dabei wirken langsam freigesetzte, verhaltensmanipulierende Duftstoffe als "Attract-" beziehungsweise Anlockkomponente und bestimmte Mikroorganismen als "Kill-" beziehungsweise Tötungskomponente. Da der Klimawandel dazu beiträgt, dass sich der Sommerapfelblattsauger weiter ausbreitet, leistet das Projekt auch einen Beitrag zum Nachhaltigkeitsziel der Agenda 2030.



