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Pflanzenernährung

Mangel vorbeugen und erkennen

Maispflanzen sind Mimosen, bis der Bestand einmal etabliert ist. Auf gute Startbedingungen kommt es an. Dazu gehört eine Unterfußdüngung. Welche Nährstoffe dürfen nicht fehlen und warum?
von Felix Schopp, Landesarbeitskreis Düngung Südwest Erschienen am 28.03.2026
Wenn es Mais an Magnesium mangelt, ist das an den streifenförmigen Aufhellungen zu erkennen, die parallel zu den Blattadern verlaufen. © LAD Südwest
  1. Mais nimmt rund 30 Prozent seines Stickstoffbedarfs bis zum Schossbeginn auf. Haben die jungen Pflanzen Stickstoffmangel, wirkt sich das auf den Ertrag und die Konkurrenzkraft aus. Den Hauptbedarf an Stickstoff hat Mais während der Blüte. Zu diesem Zeitpunkt läuft die N-Mineralisierung zügig ab. Diese Bedarfsspitze wird häufig mit organischen Düngemitteln gedeckt. Der Bedarf an Stickstoff geht mit dem Bedarf an Schwefel einher.
  2. Mais besitzt zu Beginn ein grobes Wurzelwerk, das nicht sehr tief reicht. Es kommt zu Engpässen bei der Aufnahme von Phosphat. Denn Phosphat ist im Boden von Natur aus schlecht verfügbar und wenig mobil. Die violett-bläuliche, sogenannte Anthozyanfärbung von jungem Mais ist die Folge. Die P-Versorgung eines Bestandes und die Wurzelentwicklung hängen eng zusammen. Ein Phosphatmangel macht Maisbestände daher auch anfälliger für Trockenstress. Eine herkömmliche Düngung von 2 dt/ha DAP (Diammonphosphat) entspricht oft nicht der Düngeverordnung, da die ausgebrachten Phosphatmengen zu hoch sind – vor allem in Kombination mit organischen Düngemitteln.
  3. Mais zählt – genau wie Raps – zu den borbedürftigen Kulturen. Der Mikronährstoff Bor wird im Boden ausgewaschen. Die Zufuhr über Gülle und Gärreste wird häufig überschätzt: Man spricht von etwa zwei Gramm Bor pro Kubikmeter Rinder- oder Schweinegülle. Je nach Witterung werden 10 bis 200 g/ha ausgewaschen. Ein Bormangel wirkt sich negativ auf die Qualität aus: Ohne Bor kann Zucker weder transportiert noch im Kolben in Form von Stärke eingelagert werden. Bormangel zeigt sich an einem schlechten Kolbenanteil. Die Kolben bleiben kleiner und sind oft schlechter oder ungleichmäßig eingekörnt. Eine Bordüngung über den Unterfußdünger hat den Vorteil, dass die gesamte Pflanze versorgt wird, da Bor nur von unten nach oben verlagert werden kann.
  4. Ein weiterer wichtiger Mikronährstoff ist Zink. Mais gilt als Indikatorpflanze für die Zinkversorgung der Flächen: Zinkmangel sieht man in der Fruchtfolge meist zuerst im Mais. Im Gegensatz zum Bormangel erkennt man Zinkmangel eindeutig am Blatt. Er zeigt sich in streifenförmigen Aufhellungen entlang der Mittelrippe junger Blätter, meist in der unteren Hälfte des Blattes. Zink ist unter anderem für das Längenwachstum wichtig. Daher tritt der Mangel vor allem in der wachstumsintensiven Phase bis zur Blüte auf. Später verwachsen sich diese Streifen oft wieder – doch das verlorene Längenwachstum wird nicht mehr aufgeholt.
  5. Als massige Pflanze mit viel Chlorophyll benötigt Mais außerdem große Mengen Magnesium, das Zentralatom des Chlorophylls. Die Magnesiumaufnahme wird durch hohe Gehalte an Kalium oder Ammonium in der Bodenlösung gehemmt – ein Fall, der häufig nach organischer Düngung eintritt. Ein Mangel zeigt sich an den streifenförmigen Aufhellungen in den Blättern. Diese sind meist über das gesamte Blatt verteilt und verlaufen parallel zu den Blattadern, anders als bei Zinkmangel.
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