Liegen lassen oder abfahren?
Verbleibt Getreidestroh nach der Ernte auf dem Acker, kann dies positive wie negative Folgen für ein Anbausystem haben. Im ersten von zwei Beiträgen erklärt Dr. Jochen Brust, Landwirt und Pflanzenbauberater, was bei der Strohrotte passiert, wie Stroh im Boden wirkt und was es bei der nachfolgenden Aussaat zu bedenken gilt.
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Nach der Getreideernte kann verbleibendes Stroh je nach Standort und Bewirtschaftung positive oder negative Auswirkungen haben. Der Strohabbau erfolgt in mehreren Phasen: Zunächst bauen Bakterien leicht umsetzbare Stoffe ab, dann folgt der enzymatische Abbau von Cellulose und Hemicellulose durch spezialisierte Pilze, bevor über Monate bis Jahre das schwer abbaubare Lignin zersetzt wird. Die Abbaugeschwindigkeit wird durch Bodentemperatur (optimal 20–30 °C), Feuchte, Sauerstoffverfügbarkeit und pH-Wert beeinflusst; das hohe C/N-Verhältnis von Getreidestroh (80:1–100:1) verlangsamt die Zersetzung erheblich, wodurch Stickstoff ein limitierender Faktor wird.
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Je nach Standort, Sorte, Düngung und Witterung besteht Getreidestroh zu circa 30 bis 45 Prozent aus weitgehend unverzweigter Cellulose, zu 20 bis 30 Prozent aus schwach verzweigten Hemicellulose-Ketten und zu etwa 30 bis 45 Prozent aus dem stark vernetzten, dreidimensionalen Polymer Lignin. Der restliche Teil der Trockenmasse setzt sich aus verschiedenen Mineralstoffen zusammen, welche die Pflanze im Zuge ihres Wachstums aus dem Boden aufgenommen hat. Für die klassischen Getreidearten Mitteleuropas unterscheiden sich diese Werte nur geringfügig, sodass Jahres- und Anbaueffekte meist den größeren Einfluss auf die Zusammensetzung haben. Abbau in mehreren Stufen Der Abbau von Getreidestroh erfolgt, wie generell die Umsetzung organischer...
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