
Pilzkrankheiten verhindern
Artikelzusammenfassung
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Im Getreidebau werden üblicherweise drei Fungizid-Behandlungszeiträume unterschieden, die sich teilweise überlagern.
- Zu Beginn des Schossens stehen die Halmbasis sowie frühe Blätter im Fokus. Es wird von der T1-Behandlung oder Halmbasisbehandlung gesprochen. In der Praxis wird darauf häufig verzichtet, weil sie nur selten notwendig ist – etwa bei frühem Gelbrostbefall. Die Behandlung lässt sich mit einem Wachstumsregler kombinieren.
- Die anschließende Behandlung, häufig T2-Behandlung oder Fahnenblattbehandlung genannt, zielt auf den Schutz des Blattapparats und der Ähre ab. Tendenziell ist die T2-Behandlung die wichtigste Behandlung. Sie kann als Standardmaßnahme angesehen werden, die sich im Regelfall lohnt. Das Fahnenblatt trägt maßgeblich zur Ertragsbildung bei und sollte möglichst lange grün bleiben. Neben dem Schutz vor Pilzkrankheiten können Fungizide bei Getreide für den sogenannten Greening-Effekt sorgen. Strobilurine beispielsweise verlangsamen den Protein- und Chlorophyllabbau, wodurch Alterungsprozesse verzögert werden. Dadurch wird die Kornfüllungsphase länger und bei ausreichender Wasserversorgung sind Mehrerträge möglich.
- Die Abschlussbehandlung dient dem Schutz der Ähre vor Fusarium-Infektionen während der Blüte. Sie wird häufig Blütenbehandlung oder T3-Behandlung genannt, wovon auch das Fahnenblatt profitiert. In gefährdeten Gebieten oder bei entsprechender Witterung ist die Blütenbehandlung bei Weizen dringend notwendig. Besonders wichtig sind der richtige Zeitpunkt und eine gute Benetzung, weshalb gut formulierte Produkte verwendet werden sollten, zum Beispiel Prosaro.
Ist eine Behandlung notwendig?
Ab dem Beginn des Schossens (BBCH 30) nimmt die Gefahr durch Halmbruch- und Blattkrankheiten zu. Prognoseprogramme geben Hinweise, wann Infektions-bedingungen herrschen und die Bestände zu kontrollieren sind. Fungizide gegen Getreidekrankheiten sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn kostenbereinigte Mehrerträge zu erwarten sind.
Das Fahnenblatt trägt wesentlich zur Ertragsbildung bei. Deshalb ist es besonders wichtig, ab dem Schieben des Fahnenblattes (BBCH 37) für einen gesunden Blattapparat zu sorgen, mit Hilfe der T2-Behandlung. Spätere Behandlungen sind meist nur bei starkem Braunrostbefall wirtschaftlich oder in Beständen, die vor Ährenfusarien geschützt werden müssen.
Gerste
In Baden-Württemberg muss bei Gerste das Hauptaugenmerk auf die Ramularia-Sprenkelkrankheit gerichtet werden. In der Regel ist eine einfache T2-Behandlung im Stadium 37 bis 49 wirtschaftlich. In Jahren mit einem trockenen Frühjahr kann bei robusten Sorten darauf verzichtet werden. Nur bei stärkerem Befall durch Mehltau, Blatt- und Netzflecken im Stadium 31 bis 32 ist ein früher Fungizideinsatz mittels T1-Behandlung sinnvoll. Um ein vorzeitiges Absterben des Blattapparats durch Pilzbefall zu verhindern und die Kornfüllungsphase zu verlängern, kann auch eine späte Fungizidbehandlung im Stadium 51 bis 59 sinnvoll sein. Das wäre die T3-Behandlung. Behandlungen gegen die Ramularia-Sprenkelkrankheit sollte Folpan 500 SC den Azolwirkstoffen zugemischt werden, um die Resistenzentwicklung aufzuhalten. Beschränkt sich der Fungizideinsatz auf eine T2-Behandlung, sollte die volle Aufwandmenge Folpet zugemischt werden, etwa 1,5 l/ha Folpan 300 SC. Wird eine T2- und T3-Behandlung durchgeführt, kann die Zumischung in jeder Behandlung auf 1,2 l/ha Folpan 500 SC (oder ein vergleichbares Produkt wie Nafabo) pro Behandlung reduziert werden.
1Weizen
In Weizen muss ab Schossbeginn in anfälligen Sorten besonders auf Gelbrost geachtet werden. Bei Befall ist ein Mittel mit guter Rostwirkung zu wählen. In Beständen mit schwachem Pilzbefall – etwa durch Septoria – kann es sinnvoll sein, mit einer Behandlung abzuwarten, bis das Fahnenblatt voll entwickelt ist und die Ähren schieben. Eine späte T2-Behandlung in den Stadien 49 bis 51 bietet oft einen guten Schutz: Mit der vollen zugelassenen oder empfohlenen Aufwandmenge der Getreidefungizide kann das gesamte Spektrum der Blatt- und Ährenkrankheiten bekämpft werden, ausgenommen Ähren-Fusarium.
Bei pfluglosem Anbau nach der Vorfrucht Mais muss mit Ährenfusariosen gerechnet werden, die T3-Behandlungen nach dem Ährenschieben zum Beginn der Blüte erforderlich machen. Die Bekämpfung der Fusariumpilze ist als eine spezielle Behandlung anzusehen, die zusätzlich zu den Halmgrund- und Blattbehandlungen notwendig werden kann. Der richtige Zeitpunkt für die Fusarium-Behandlung ist, wenn die Staubbeutel in der Mitte der Ähre nicht mehr grün sind, sondern gelb. Um das zu prüfen, müssen die Ährchen geöffnet werden. Die Blüte, erkennbar an gelben Staubbeuteln, beginnt immer in den geschlossenen Ährchen in der Mitte der Ähre. Die Ähre blüht dann nach unten und oben ab. Wenn die Staubbeutel weiß sind und aus den Ährchen heraushängen, ist es zu spät und eine Behandlung lohnt sich nicht mehr.

Roggen und Triticale
In Roggen, insbesondere in Hybridroggen, erreicht vor allem Braunrost eine wirtschaftliche Bedeutung. Bei Triticale muss mit Befall durch Gelbrost und Septoria-Blattdürre gerechnet werden. Mehltau und die Rhynchosporium-Blattfleckenkrankheit treten an beiden Getreidearten auf. Während des Schossens bis zum Grannenspitzen befallene Bestände sollten behandelt werden, um Ertragsverluste zu verhindern.
Resistenzmanagement
Wirkstoffe müssen so eingesetzt werden, dass deren Wirksamkeit möglichst lange erhalten bleibt. Worauf es ankommt sind: resistente Sorten, die N-Düngung und Saatstärke, ein hoher Wirkungsgrad bei der Anwendung sowie der Einsatz von unterschiedlichen Wirkungsmechanismen in der Zeitfolge. Behandelt werden sollte bei günstigen Witterungsbedingungen: morgens, bei Windstille und höherer Luftfeuchtigkeit. Wenn eine Ährenbehandlung notwendig wird, kann in der Fahnenblattbehandlung bevorzugt der Wirkstoff Mefentrifluconazol (zum Beispiel Revytrex + Comet, Balaya) eingesetzt werden und in der Ährenbehandlung dann der Wirkstoff Prothioconazol (zum Beispiel Soratel + Pioli, Univoq, Prosaro). Im Regelfall sind teure Mittel besser formuliert.







