
QM-Milch erweitert das Modul für Haltungsform 4
QM-Milch hat sein Programm „QMilch“ um das Zusatzmodul QM+++ ergänzt. Das zusätzliche Modul ist als Siegel in der Haltungsformstufe 4 (HF4 – Weide und Auslauf) anerkannt. Damit schließt QM-Milch eigenen Angaben zufolge in dem neuen fünfstufigen System die Lücke zwischen der HF3 (Frischluftstall) und der HF5 (Bio). Milcherzeuger sollen so in Zusammenarbeit mit ihren Molkereien nachweisen können, dass sie mehr Tierwohl und Tiergesundheit umsetzen.
Mehr Tierwohl im Fokus
QM+++ baut in seinen Anforderungen auf QM++ auf und definiert unter anderem für das Haltungssystem (Weide und Laufhof), das Platzangebot, die Fütterung (gentechnikfreie sowie regionale Fütterung) und die Verödung der Hornanlagen von Kälbern (nur nach Betäubung durch einen Tierarzt und nach Schmerzlinderung) nochmals ambitioniertere Anforderungen, teilt QM-Milch in einer Pressemitteilung mit.
Den Tieren werde in QM+++ somit ein sehr hohes Maß an Bewegungsfreiheit, Außenklimakontakt, Beschäftigung und Tiergesundheitsmanagement geboten – in allen Bereichen erheblich über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Der Kriterienkatalog und das dazugehörige Handbuch für Milcherzeuger stehen auf der QM-Milch-Homepage zur Verfügung.
Aufwand für Erzeuger steigt
„Ein deutliches Mehr an Tierwohl ist mit einem deutlichen Mehraufwand für Milcherzeuger verbunden – das gilt auch und insbesondere für unser Programm QM+++ in der LEH-Haltungsform 4. Diese Form der Milchviehhaltung bleibt auf Grund notwendiger Anpassungen bei Stallbauten und Betriebsmanagement absehbar eine Nische. Denjenigen Molkereien und Milcherzeugern, die sich über Tierwohl im Markt im höheren Preissegment differenzieren wollen, bieten wir mit QM+++ nun eine zusätzliche Möglichkeit“, erläutert hierzu Ludwig Börger, Geschäftsführer QM-Milch e.V.
Zahl der teilnehmenden Molkereien steigt
Am QMilch-Programm nehmen seit dessen Einführung im Jahr 2022 26 Molkereien teil – mit steigender Tendenz. Bis Ende 2024 sollen über 5000 Milchviehbetriebe in Deutschland und dem benachbarten Ausland zertifiziert sein und über eine Lieferberechtigung für ihre Milchprodukte in den verschiedenen Haltungsformstufen des LEH verfügen. Durch die Anerkennung des QMilch-Programms bei den Mehrwertprogrammen im Fleischsektor können die Tierhalter ihre Schlachtkühe außerdem ohne zusätzliches Audit über Rindfleischprogramme aller führenden Schlachtunternehmen, die Initiative Tierwohl Rind (ITW)-Rind sowie das Best Beef-Programm von McDonald’s vermarkten.



