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Bauernkundgebung Ellwangen/Jagst

Noch Potenzial zur Ertragssteigerung

Die wachsende Weltbevölkerung und das steigende Einkommen der aufstrebenden Generationen erhöhen die Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln. Dabei kommt den deutschen Landwirten eine Schlüsselrolle zu, machte Dr. Manfred Kern, Biologe und Zukunftsforscher, auf der Bauernkundgebung anlässlich des Kalten Marktes am Mittwoch dieser Woche in Ellwangen/Jagst deutlich.

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Hochwertige Nahrungsmittel für die Menschen in und außerhalb der Europäischen Union effizient zu erzeugen, ist und bleibt die Kernaufgabe von Landwirten, sind sich Hubert Kucher (re.),Vorsitzender des Bauernverbandes Ostalb, und Dr. Manfred Kern (li.), Biologe und Zukunftsforscher aus dem rheinhessischen Lörzweiler, sicher.
Hochwertige Nahrungsmittel für die Menschen in und außerhalb der Europäischen Union effizient zu erzeugen, ist und bleibt die Kernaufgabe von Landwirten, sind sich Hubert Kucher (re.),Vorsitzender des Bauernverbandes Ostalb, und Dr. Manfred Kern (li.), Biologe und Zukunftsforscher aus dem rheinhessischen Lörzweiler, sicher. Ast

Volles Haus, spannendes Zukunftsthema: Über 600 Besucher wollten sich die Aussagen des Zukunftsforschers Dr. Manfred Kern, der über die Anforderungen an globale und regionale Landwirtschaftskonzepte referierte. © Ast
Auf der Welt gefragt, vor Ort häufig genug so billig, dass Landwirte immer weniger von den tierischen und pflanzlichen Erzeugnissen aus ihren Betrieben leben können: Ein Dilemma, auf das Hubert Kucher, seit vergangenem Jahr Vorsitzender des Bauernverbandes Ostalb, die über 600 Besucher der traditionsreichen Kundgebung in der Stadthalle in Ellwangen/Jagst hinwies. Nahrungsmittel gibt es für den 48-jährigen Landwirtschaftsmeister, der in Ellwangen-Schrezheim einen Futterbaubetrieb mit Milchviehhaltung bewirtschaftet, denn auch nicht zum Nulltarif.

Um Nahrungsmittel in der von Verbrauchern gewünscht hohen Qualität zu erzeugen, müssten Landwirte ausreichend entlohnt werden, stellte Kucher klar. Denn zu hoch seien im Gegenzug häufig teils fragwürdige Auflagen, die den Betrieben abverlangt werden, und es ihnen immer schwerer machten, sich auf den Märkten zu behaupten. Hinzu kommt die Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels (LEH).

Aktuelles Beispiel: Die jetzt beschlossene Übernahme von Tengelmann durch Edeka. Die immer höhere Konzentration im LEH, so kritisierte Kucher, dürfte die Probleme der Bauern künftig noch größer machen. Umso wichtiger: Verbraucher, wie jetzt bei der landesweiten Aktion des Landesbauernverbandes (LBV) „Wir machen Ihre Wurst“, darauf hinzuweisen, wer und wie die Lebensmittel erzeugt. Die Abnehmer für gesunde, regional erzeugte Produkte zu sensibilisieren, sei eine Chance, die unter Druck stehenden Landwirte nicht nur im Ostalbkreis sofort und wirkungsvoll zu unterstützen.

Hohe Wertschöpfung in Betrieben

Kein Widerspruch für den Biologen und Zukunftsforscher Dr. Manfred Kern, der den Landwirten hierzulande bescheinigt, zu einer gefragten Berufsgruppe zu gehören, auch wenn das dem ein oder anderen momentan womöglich nicht so vorkommt. Warum das so ist? „Nirgendwo in der Welt werden Lebensmittel so sicher und nachhaltig produziert wie hier in Deutschland“, so der viel beklatschte Hauptredner und Geschäftsführer der agriExcellence GmbH im rheinhessischen Lörzweiler.

Die Bundesrepublik sei eine Gunstregion für den Ackerbau und die Veredlungsbranche. Kern machte in seinem Vortrag deutlich, dass Landwirte als Ressourcenmanager den größtmöglichen Nutzen aus Boden, Luft, Licht und Wasser ziehen müssen, um auch in Zukunft die weiter wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können. Um allein den steigenden Fleischverbrauch auf der Welt bis 2050 sicherzustellen, müsse die Futtermittelproduktion mehr als verdoppelt werden.

Damit das funktioniert, müssen neue technische Entwicklungen genutzt werden. So könnten durch Precision Farming Dünger und Pflanzenschutzmittel genauer ausgebracht und so Wirkmengen eingespart werden, was zur Wirtschaftlichkeit und zum Umweltschutz beitrage.

Die deutsche Landwirtschaft habe noch Potenzial zur Ertragssteigerung, vor allem durch Bewässerung und die Anwendung moderner Agrotechnologien sowie dem Arbeiten in Wertschöpfungsketten. Warum nicht beispielsweise die Energie einer Biogasanlage für eine moderne Fischzuchtanlage nutzen, wie jüngst in Berlin geschehen.

Traditionsmarkt lockt Tausende

Das Leben nicht vergessen, trotz der vielen Anforderungen des Alltags: Der Landfrauenchor Ellwangen erntete für seine Liedbeiträge viel Applaus. © Ast
Der Kalte Markt im ostwürttembergischen Ellwangen findet jedes Jahr im Januar statt. In der Vergangenheit war er ein für die Region wichtiger Vieh- und Pferdemarkt. Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1370, der Markt gilt als noch älter. Heute finden anlässlich des Kalten Markts Pferdeprämierungen, ein Reiterumzug, eine Verkaufsmesse, ein Krämermarkt und die Bauernkundgebung statt, auf der es an diesem Mittwoch um ein spannungsgeladenes Thema ging. Dr. Manfred Kern referierte in seinem Vortrag über die Zukunft der deutschen Landwirtschaft im Spannungsfeld politischer, regionaler und globaler Entwicklungen.

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