Im Winter fallen die hellgrünen Büschel der Misteln im blattlosen Geäst der Bäume auf. Kein Wunder, dass man seit Urzeiten dieser immergrünen Pflanze Zauberkräfte nachgesagt hat. Schon in antiken Mythen und in der germanischen Sagenwelt holen Misteln Verstorbene zurück ins Leben. So viel Magie traute man einer Pflanze zu, die noch im Winter vor Kraft strotzt. Bei den Kelten genossen die Misteln besondere Verehrung, wie jeder Asterix-Leser weiß. Man benötigte sie für die Herstellung von Medizin und zur Abwehr von bösen Zauberkräften. Mit dieser Vorstellung hängt der Brauch auf den britischen Inseln zusammen, einen Mistelzweig über der Tür aufzuhängen – dieser soll Unheil vom Haus fernhalten. Erst in neuerer Zeit gewinnt dieser Hausschmuck...