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Hintergründe der Bauernproteste

Wie sind die Bauernproteste 2023/24 eigentlich entstanden und könnten sie sich wiederholen? Diesen Fragen geht die Studie „Warum so wütend? “ der Agrarsozialen Gesellschaft e.V. (ASG) nach.
von rvo Erschienen am 23.01.2026
In Berlin protestieren Landwirtinnen und Landwirte gegen das Mercosur-Abkommen. © Silvia Rueß

Auf 196 Seiten suchen die Herausgebenden der Studie „Warum so wütend?“, Lutz Laschewski, Andrea Moser, Frauke Pirscher und Frieder Thomas, nach Antworten. Eingeleitet wird die Recherche der Agrarsozialen Gesellschaft (ASG) mit einem detaillierten Überblick über das Geschehen der Proteste im Winter 2023/24: Was war der Auslöser der Proteste? Wann standen wie viele Traktoren vor dem Brandenburger Tor? Zudem werden allgemeine Fragen zu Protesten und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Politik gestellt und beantwortet.

Im weiteren Verlauf wird das Handlungsmotiv der Bäuerinnen und Bauern ergründet. Neben dem Auslöser, der Abschaffung der Agrardieselhilfe, steht vor allem das negativ gezeichnete Bild der Landwirtschaft durch die Öffentlichkeit im Vordergrund. Dies ließe sich laut der Studie auch auf die Tierhaltung übertragen: Die falsche Darstellung der Bauern als Tierquäler und Umweltsünder, durch die Bevölkerung entstehe wegen deren Entfremdung von der Landwirtschaft. Somit liege den Protesten eine tiefgreifende kulturelle Ursache zugrunde.

Wie Proteste funktionieren

Durch Interviews mit Landwirtinnen und Landwirten kann die Studie aufzeigen, dass die Interessenkonflikte zwischen Gesellschaft, Politik und Landwirtschaft auf unterschiedliche Arten gelöst werden müssen. Holger Hennies, Vize-Präsident des Deutschen Bauernverbandes, macht in einen der Interviews deutlich, dass es nicht einfach war, die Meinungsführerschaft der „normalen“ Landwirtschaft gegenüber der „radikalen“ zu halten. Das wird auch im Kapitel „Demonstrieren für ein “Weiter so„“ deutlich: Die Haltungen der Protestierenden wurden in verschiedene Positionen kategorisiert. Eine davon sei bei den Bauernprotesten im Winter 2023/24, deutlich erkennbar gewesen. Dabei handle es sich laut Studie, um die Bewegung gegen die sozial-ökonomische Transformation. Wichtig für die Haltung ist auch die Protestdynamik. Sie wird mit Blick auf die Emotionen, die durch das Gemeinschaftsgefühl und die Selbstwirksamkeit ausgelöst wurden, unter die Lupe genommen.

Die Studie fragt auch kritisch nach den gesellschaftlichen Entwicklungen, die dazu geführt haben, dass sich Landwirte immer öfter den Rechtspopulisten zuwenden. Neben den Protesten in Deutschland, widmen sich zwei Kapitel den Bauernproteste in Polen und Frankreich, die etwa zur gleichen Zeit stattfanden. Um in das Thema einzutauchen, kann die Studie über die Website der ASG kostenlos als PDF heruntergeladen, oder gedruckt für 19 Euro bezogen werden.

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