
ARNOLD – die frühe Sojabohne mit amtlich bestätigter Ertragsstärke
Frühe Reife im Sojaanbau: Wie lassen sich Ertragssicherheit und vitale Bestände unter wechselnder Witterung vereinen?
In der Praxis werden oft die Begriffe Blattdüngung und Flüssigdüngung in einen Topf geworfen. Das ist falsch, denn bei der Flüssigdüngung werden größere Nährstoffmengen (meist Stickstoff) in flüssiger Form ausgebracht. Ziel dieser Maßnahme ist, dass der Nährstoff von den Blättern abtropft und anschließend, wie bei festen Düngemitteln, über die Wurzeln aufgenommen wird. Bei der Blattdüngung hingegen gelangen die Nährstoffe direkt ins Blatt und entfalten dort ihre Wirkung.
Der Nachteil der Blattdüngung ist, dass immer nur geringe Nährstoffmengen ausgebracht und aufgenommen werden können. Ziel ist, mit diesen geringen Mengen die Nährstoffkonzentration im Blatt zu erhöhen. Dies ist jedoch nicht mit allen Nährstoffen möglich. Denn einige Nährstoffe sind von Haus aus im Blatt höher und andere niedriger konzentriert (Abb. 1).

Abb. 1 macht deutlich, bei welchen Nährstoffen vorrangig mit einer Blattdüngung angesetzt werden kann. Eine von Haus aus geringe Blattkonzentration kann mit einer geringen Menge an Nährstoffen übers Blatt leicht verschoben werden:
Die Aufnahme von Nährstoffen an der Wurzel erfolgt über aktive Komponenten (Kanäle, Transporter oder Pumpen) oder passiv mit dem Massenstrom. Die im Wasser gelösten Ionen wie Nitrat, Sulfat und Kalium werden relativ einfach mit dem Wasserstrom an die Pflanzenwurzel transportiert und aufgenommen. Phosphat hingegen ist im Boden weitestgehend immobil. Zur Aufnahme muss die Pflanzenwurzel deshalb zum Phosphat hinwachsen (Abb. 2).

Um neue Wurzeln bilden zu können, muss eine Pflanze Assimilate aus ihren Blättern ins Wurzelwerk verlagern. Dafür braucht sie den Energieträger Adenosintriphosphat (ATP). Im Namen ist schon ein wichtiger Bestandteil des Energieträgers ATP genannt: Phosphat. Die Phosphataufnahme im zeitigen Frühjahr ist also ein Dilemma: Für eine bessere Phosphataufnahme braucht es mehr Wurzeln – und für mehr Wurzeln mehr Phosphat.
Dieses Dilemma kann mit der P-Blattdüngung durchbrochen werden. Im Frühjahr gut mit Phosphat versorgte Bestände danken dies mit einem größeren Wurzelwerk und damit einem allgemein besseren Wasser- und Nährstoffaufnahmevermögen (Abb. 3).

Geringe Phosphatkonzentrationen in den Blättern und eine erschwerte Aufnahme im zeitigen Frühjahr machen die Blattdüngung mit Phosphat zum Vegetationsbeginn sehr effizient. Diese Maßnahme kurbelt die Bestände an. Zusätzlich ist es sinnvoll, bei der Blattdüngung auch direkt die wesentlichen Mikronährstoffe für die Kulturen mit abzudecken.
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